Trends der Woche: Virtuell ist Trumpf

Trends der Woche: Virtuell ist Trumpf

Da sich in der letzten Woche viele Unternehmen auf virtuelle Veranstaltungen konzentrierten, haben wir uns entschlossen, diese abzuwarten und erst jetzt unsere Trends der Woche zu veröffentlichen.

Virtuelle Messen, wohin man schaut. Neben der digitalen SENSOR+TEST hat sich auch die große HANNOVER MESSE entschieden, ein Digital-Event rund um das Leitthema Industrial Transformation zu organisieren. Live-Session und Videos sollten dem Besucher das Gefühl eines Messebesuchs vermitteln oder zu mindestens die Wichtigkeit der Neuigkeiten rüberbringen. Bei der Eröffnungsveranstaltung des Web-Kongress HANNOVER MESSE Digital Days 2020 übertrumpften sich die Keynote-Speaker damit, die zunehmende Bedeutung und Notwendigkeit der Digitalisierung hervorzuheben. So zum Beispiel Bundeswirtschaftsminister Altmaier: „Jetzt ist die Zeit, wichtige Weichen für die Zukunft nach Corona zu stellen.“ Der User vor dem Bildschirm staunt und wundert sich bei der Betonung auf: Jetzt ist die Zeit …! Es wäre jetzt die Zeit wichtige und richtige Weichen zu stellen, um Zukunftsthemen zu identifizieren und anzugehen, fährt Altmaier in seiner virtuellen Begrüßung fort. Für „ihn“ wurde es deutlich, dass die Corona-Krise die Digitalisierung in der Industrie beschleunigt und dass es künftig noch wichtiger sein wird, die eigenen Geschäftsmodelle agil anzupassen. Dies lässt man besser unkommentiert.

Ich weiß nicht wann wir von der Fachpresse genau begonnen haben, die „Digitalisierung in der Industrie“ zu thematisieren, aber bestimmt schon vor der Amtszeit des Bundesministers für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merkel. Wenn er sich im Anschluss die Vorträge, Live-Chats und Innovationspräsentationen der rund 200 Redner von 100 Partnerunternehmen an den zwei Tage angehört hat, dann weiß er vielleicht nun, dass die Digitalisierung in der Industrie schon vor Corona begonnen hat. Wenn nicht, könnte er sich alle Inhalte unter www.hannovermesse.digital on demand abrufen. Insgesamt konnte die Deutsche Messe mehr als 10.000 registrierte Teilnehmer zu verzeichnen und über 50.000 Views.

Im Rahmen der Digital Days wurde auch der HERMES AWARD verliehen. In diesem Jahr wurde der Werkzeugmaschinenhersteller TRUMPF mit dem Award ausgezeichnet. Damit erhält das Unternehmen einen der begehrtesten internationalen Industriepreise für das Produkt omlox – open location standard. Mit dem Produkt omlox – open location standard zeichnet die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, eine globale und ortungstechnologieunabhängige Lösung aus. Bei dem Projekt omlox handelt es sich um den ersten, offenen Standard für Ortungsdienste. An der Entwicklung waren mehr als 60 Industrieunternehmen beteiligt. Der omlox-Standard vereint alle am Markt verfügbaren Ortungsdienste, wie UWB, WLAN; BLE, GPS oder 5G. Diese werden in ein einheitliches Koordinaten-Referenzsystem überführt und können für die interne Verwendung auf Edge-Plattformen verfügbar gemacht werden oder aber für die globale Nutzung in einer Cloud. Mit omlox werden erstmals Informationen aller Ortungs-Technologien verwendbar. Die so gebündelten Positionsdaten ermöglichen eine zielgerichtete Optimierung der Prozessabläufe. Mit dem omlox-Standard wird ein interoperables Ökosystem geschaffen, in dem die heterogenen technischen Infrastrukturen harmonisiert und dadurch IIOT und Industrie 4.0 für den Mittelstand erschwinglich werden.

Nominiert war auch die Friedhelm Loh Gruppe, Haiger/Hessen, mit der Komplettlösung ONCITE. Mit der Lösung  könne Daten in vernetzen Fabriken schnell, sicher und einfach verfügbar gemacht werden. Dabei ist ONCITE eine Komplettlösung für die Verarbeitung und Analyse von Industriedaten am eigenen Produktionsstandort. Durch die Edge-Technologie sammelt, speichert und verarbeitet die Lösung lokal, ist aber mit Cloud-Lösungen kompatibel. Neu ist die durchgehende Nutzung digitaler Daten in Echtzeit und die sichere Umgebung für digitale Wertschöpfungen. So können Unternehmen ihre Produktionsdaten harmonisieren und KI-basierte Analysen durchführen. ONCITE gilt als eine „Keimzelle“ von Gaia-X, dem Projekt zum Aufbau einer leistungs- und wettbewerbsfähigen, sicheren und vertrauenswürdigen Dateninfrastruktur für Europa.

Ab 13. Juli 2020 hat die Pepperl+Fuchs-Konzernmutter die Rechtsform einer europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea). Dieser Wechsel markiert den Abschluss einer schrittweisen Umwandlung, die bereits im Vorjahr mit der Transformation der Pepperl+Fuchs GmbH in eine AG eingeleitet wurde. Der Wandel zur SE unterstützt die langfristige Wachstumsstrategie der Unternehmensgruppe und verleiht ihr zusätzliche Agilität sowohl im Hinblick auf die Absatz- wie auch die Kapitalmärkte. „Mit der SE haben wir uns einen gesellschaftsrechtlich zeitgemäßen Rahmen gegeben, mit dem wir unsere strategische Aufstellung auf die Zukunft ausrichten“, erklärt Werner Guthier, CFO der Pepperl+Fuchs-Gruppe. „Das dynamische Umfeld, das von Digitalisierungsthemen wie Industrie 4.0 aber auch durch die aktuelle Corona-Pandemie geprägt ist, macht es heute wichtiger denn je, Veränderungsprozesse agil zu begleiten.“ Auch in der neuen Rechtsform bleibt die Pepperl+Fuchs SE unverändert in den Händen der bisherigen Familienaktionäre.

Mehr Neuigkeiten, besonders solche die wir auf den Digitalen Events für Sie gesichtet haben, in der nächsten Woche.